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Die
Cottbuser Siedlungsgeschichte im
heutigen Altstadtgebiet kann fast
2000 Jahre zurückverfolgt werden. Im
3. und 4. Jahrhundert nach Christi
siedelten sich im Altstadtbereich
germanische Siedler an. Seit dem 6.
Jahrhundert wanderten aus dem
Südosten slawische Stämme in das
Gebiet zwischen Elbe/Saale und Oder
ein. Im 8. Jahrhundert folgten die
Lusitzi, ein westslawischer Stamm.
Sie erbauten auf einer Talsandinsel
am Westufer der Spree einen
mittelslawischen Burgwall. Im
Schutze der slawischen Burg legten
die Wenden eine Vorburgsiedlung an,
die sich im 11. und 12. Jahrhundert
zu einer frühstädtischen Siedlung
entwickelte. Am 30. November 1156
fand Cottbus seine erste urkundliche
Erwähnung. Im 14. Jahrhundert wurde
die Cottbuser Stadtmauer
angelegt.Die „Herren von Cottbus“,
ein fränkisches Adelsgeschlecht,
herrschten von 1199 bis 1445. 1304
mussten die Wettiner wegen
Geldschwierigkeiten die Lausitz
verkaufen. Bis 1370 kam es aus
diesem Grund zu einem häufigen
Besitzwechsel der Stadt Cottbus.
In den
Jahren 1405 und 1406 erteilte Johann
III. den Tuchmacher- und
Leineweberzünften ihr Privileg. Seit
1445 stand Cottbus unter
brandenburgischer Herrschaft außer
der Zeit von 1807 (Tilsiter Frieden)
bis 1815 (Wiener Kongress), in der
die Stadt dem Königreich Sachsen
angegliedert war. 1468 schlug der
Blitz in die Stadt ein und legte
ganz Cottbus und auch die Oberkirche
in Asche. 1479 vernichtete ein Feuer
die Stadt abermals.Auch
Pestepidemien und die
jahrzehntelange Besatzung nach
Ausbruch des Dreißigjährigen Krieges
im Jahr 1618 brachten Zerstörung,
Not und Elend für die Stadt und
deren Bevölkerung. Die Stadt war im
Dreißigjährigen Krieg den Truppen
ausgeliefert. Wallenstein zog mit
seinen Truppen durch Cottbus, und
die Stadt erlebte über Jahrzehnte
Besatzung, Plünderung und
Zerstörung. Am Ende des Krieges im
Jahr 1648 lebten nur noch wenige
hundert Menschen in Cottbus.Im 18.
Jahrhundert siedelten sich die
französischen Hugenotten an, und
Cottbus erlebte einen
wirtschaftlichen Aufschwung. Nach
den Bestimmungen des Wiener
Kongresses 1815 kam der Kreis
Cottbus, der vor den
Befreiungskriegen noch von
sächsischen Gebiet umgeben war
zusammen mit der ganzen
Niederlausitz zu Preußen. Im 18.
Jahrhundert wurden auch ein Teil der
Wehranlagen zurückgebaut, und die
Cottbuser nutzen das Gelände u.a. um
Maulbeerbäume zu pflanzen. Auch
wurden Gärten angelegt, und die
mittelalterliche Stadt begann sich
in alle Richtungen auszudehnen. Von
1756 bis 1763 tobte der
Siebenjährige Krieg. Dieser machte
sich auch in Cottbus bemerkbar. Wenn
auch keine direkten Kampfhandlungen
stattfanden, so gab es doch
Durchzüge und Einquartierungen von
Truppen.Mit der Industrialisierung
im 19. Jahrhundert nahm die Stadt
einen bedeutenden Aufschwung.
Cottbus wurde zu einem Zentrum der
Niederlausitz - zu einer
Industriestadt mit moderner
Infrastruktur, mit Kultur- und
Sozialbauten. Sie entwickelte sich
durch den Bau der Eisenbahnen zu
einem bedeutenden
Verkehrsknotenpunkt. In dieser Zeit
wurden viele neue Gewerbe in Cottbus
gegründet. Dazu gehören
beispielsweise eine
Wollgarn-Spinnerei und eine
Baumkuchenbäckerei. Im Zuge des
Verwaltungsaufbaus erhielt Cottbus
im Oktober 1824 ein Landgericht. Am
17. März 1831 wurde die revidierte
Städteordnung eingeführt. Die vom
Landrat, dem Bürgermeister und
Vertretern der Bürgerschaft
ausgearbeitete Stadtverfassung
erhielt am 14. Dezember 1831 die
Regierungsgenehmigung. Vom 12. bis
15. Februar 1832 fanden dann die
Wahlen zum ersten Stadtparlament
statt. Im Oktober 1835 erhielt der
Tuchmacher Heinrich Kittel eine
Fabrikkonzession. Er vereinigte
Spinnerei, Weberei, Walke und
Appretur unter einer Leitung. Noch
wurden die alten Maschinen von einem
Pferdegöpel angetrieben. Anfang der
40er Jahre wurden aber
Dampfmaschinen und der
Jaquardwebstuhl vorherrschend. Es
waren die Anfänge der Großbetriebe
in der Cottbuser Textilindustrie.Am
1. August 1914 nahm man auch in
Cottbus den Beginn des Ersten
Weltkrieges jubelnd auf. Am
Gymnasium fanden Notreifeprüfungen
statt und einige Tage später zog das
Infanterieregiment Nr. 52 unter dem
Jubel Tausender Cottbuser zum
Bahnhof. Im September wurde auf der
Rennbahn im Norden der Stadt ein
Lager für 10.000 Gefangene
eingerichtet. Am 4. September 1914
traf der erste Transport mit 7.000
Russen ein. Im Jahr 1915 kam noch
ein Gefangenenlager im Osten der
Stadt dazu.Am 1. September 1939
begann mit dem deutschen Überfall
auf Polen der Zweite Weltkrieg. In
Cottbus wurde seit 1940 für den
Krieg produziert. Im Herbst des
Jahres 1940 erlebten die Cottbuser
die ersten Luftangriffe auf die
Stadt. In Cottbus entstanden während
der Zeit des Nationalsozialismus
außerdem eine Deutsche
Verkehrsfliegerschule und ein
Hydrierwerk. Ein US-amerikanischer
Bombenangriff am 15. Februar 1945
zerstörte große Teile der Stadt. 459
amerikanische B 17-Bomber
bombardierten die Stadt Cottbus.
Dabei wurden rund 4.000 Sprengbomben
auf das Bahnhofsgelände, die
östlichen und südlichen
Stadtbezirke, die Branitzer Siedlung
und mehrere Industriebetriebe
geworfen. Dabei starben mehr als
1.000 Bürger. Am 22. April 1945
nahmen sowjetische Streitkräfte nach
dreitägigen verlustreichen Kämpfen
mit der deutschen Wehrmacht die
Stadt ein.Als Bezirkshauptstadt zu
DDR-Zeiten wurde Cottbus ab 1957 zum
wichtigsten Kohle- und
Energielieferanten. Aber auch das
Bauwesen, die Textil- und
Möbelindustrie sowie die
Nahrungsmittelproduktion bestimmten
die Wirtschaftsstruktur der Stadt,
die 1976 den Status einer Großstadt
erhielt. Mit dem Vollzug der
deutschen Einheit im Oktober 1990
begann durch die Privatisierung der
Wirtschaft ein tief greifender
Strukturwandel in Stadt und Region.
Cottbus wurde zu einem
Dienstleistungs-, Wissenschafts- und
Verwaltungszentrum. Im Zuge der
brandenburgischen Kreisreform von
1993 wurde der Landkreis Cottbus
Teil des neu gebildeten Landkreises
Spree-Neiße. Die Stadt selbst blieb
aber kreisfrei. Im Jahr 2006 begann
die Stadt Cottbus die 850-Jahr-Feier
der urkundlichen Ersterwähnung
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